Reittherapie / Pferdegestützte Therapie

In der Pferdegestützten Therapie/ Reittherapie werden die stark motivierenden Fähigkeiten des Pferdes genutzt um Erfahrungen zu sammeln und persönliche Grenzen zu überwinden. Ablenkung, Entspannung und der Bezug zu der Natur sind dabei ein wesentlicher Bestandteil. Der Schwerpunkt der Reittherapie ist prozessorientiert und befasst sich mit einem aktuellen Problem. Die Reittherapie beinhaltet pädagogische, psychologische, psychotherapeutische und sozialintegrative Aspekte und Massnahmen. Die Pflege und der Umgang mit dem Tier, sowie das Reiten spricht den Menschen ganzheitlich und über alle Sinne an. Die nahe Zusammenarbeit durch Physiotherapeutinnen in unserem Team ermöglicht uns ebenfalls physiologische Themen gezielt anzugehen. Kommunikationsfähigkeit, Selbstwertgefühl, Durchsetzungsvermögen, Wahrnehmung, Koordination und Gleichgewichtsempfinden, sowie die Schulung der Motorik werden gefördert. „Das Zusammensein mit dem Pferd ermöglicht immer wieder Erfahrungen, welche die Grundstimmung des Menschen positiv beeinflussen und unmittelbar auch sein Bedürfnis nach Zuwendung und „Angenommensein“ befriedigen. Diese Art der Kontaktaufnahme und des Umgangs mit dem Pferd kann modellhaft im Sinne späterer Übertragung auf den Mitmenschen sein.“ (Marianne Gäng, Schweizer Gruppe Therapeutisches Reiten) Im Zentrum steht nicht das Erwerben reiterlichen Könnens, sondern eine positive Beeinflussung des Verhaltens und des Befindens,wie der Aufbau einer Beziehung zum Pferd.

Das Pferd der Co-Therapeut

Pferde eignen sich besonders für therapeutisches und heilpädagogisches Reiten, weil sie vielfältige Möglichkeiten anbieten: Sie lassen sich beobachten, pflegen, füttern, bewegen und reiten. Sie sind anspruchsvolle Partner und imponieren durch ihre Kraft, Grösse und Eleganz. Das Pferd als sensibles Wesen geht vorurteilsfrei mit dem Menschen um und ist ihm grundsätzlich wohlgesinnt. Es ist nicht an Bedingungen gebunden, lässt sich auf Beziehungen ein und bewirkt eine natürliche Förderung der Ressourcen. Das Verhalten des Pferdes zeigt meistens eine direkte Reaktion auf unser Wirken und ist somit oft ein Spiegel der Person die sich mit ihm auseinander setzt.

Reittherapie

Zielgruppen

Die pferdegestützte Therapie eignet sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit:

  • Konzentrations- und Lernschwierigkeiten
  • Verhaltensaufälligkeiten
  • Entwicklungsstörungen
  • körperlichen und geistigen Behinderungen
  • Traumas
  • psychischen Erkrankungen oder Störungen
  • schwierigen Lebenssituationen
  • mangelndem Selbstvertrauen
  • und ebenso für solche, die auf sanftem Weg das Pferd kennenlernen möchten oder erste Versuche im Reiten starten wollen.

In der pferdegestützten Therapie ist der Fokus nicht darauf gelegt, reiterliche Fertigkeiten zu erlernen. Therapielektionen können auch besucht werden, wenn jemand nicht reiten möchte und sich lieber um das Pferd aufhält. Das Reiten ist kein zwingender Bestandteil.

Hand Pferd